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Denkmalverein Freudenstadt fordert "Baukultur"-Praxis beim Stadthotel-Projekt Der Denkmalverein Freudenstadt fordert für das geplante Stadthotel am Kurhaus einen Architektenwettbewerb. Das Projekt an einer "so außerordentlich prominenten Stelle der Stadt", beim Kur- und Kongresszentrum, müsse besonders sorgfältig geplant werden, schreibt der Verein jetzt in einem offenen Brief an den OB und an die Stadträte.

Freudenstadt. Der Denkmalverein hat die Diskussion über das von vielen Seiten gewollte und auch "zu Recht" für notwendig erachtete Stadthotel bisher mit Sorge verfolgt. Dabei waren "wenig hilfreiche" Nebendebatten mit Vorwürfen von Vetterleswirtschaft bis hin zu Trittbrettfahrer im Raum gestanden.
"Wir vermissen ein professionelles Projektmanagement!" stellen die Unterzeichner des Schreibens um den Projektleiter Baukultur, Nils Krieger, deshalb fest. Es fehlten ferner die umfassende öffentliche Information, eine Debatten-Offenheit sowie fachlich fundierte, alternative Lösungsvorschläge. Auch die "geordnete Beteiligung aller interessierten Bürger" sei einzufordern. Ohne diese Bausteine eines Planungsprozesses fehlten wesentliche Merkmale einer "Baukultur-Praxis".

Erst ein Architektenwettbewerb, wie er bei Projekten von dieser Bedeutung grundsätzlich vorgeschaltet sein sollte, bereite den Weg für alternative Lösungsvorschläge. Und damit eröffne sich die Chance, "dass die bestmögliche Lösung der weiteren Planung zugrunde gelegt wird". Aus Sicht des Denkmalvereins sollten die Stadthotel-Planungen drei wichtige Anforderungen erfüllen: Das Kurhaus mit umgebendem Kurpark darf durch die Neubebauung in seiner Stellung und Aussagekraft als "außerordentliches bauliches Juwel von Freudenstadt" nicht beeinträchtigt werden.

Der geplante Hotelzugang vom Kurhausvorplatz her bedarf einer sensiblen Gestaltung. Die Neubebauung muss die Maßstäblichkeit der bestehenden Bebauung beachten. Die Lage des Stadthotels sollte so gewählt werden, dass ein Eingriff in den Kurpark weitestgehend vermieden wird. Zur Versachlichung der Diskussion, aber auch als Schritt zur Förderung der lokalen Baukultur schlägt der Denkmalverein die Bildung eines Gestaltungsbeirats vor. Die Architektenkammer Baden-Württemberg biete diesbezüglich auch einen "mobilen Gestaltungsbeirat" mit Fachplanern an. Eine Planung könnte so auch vom "Blick von außen" profitieren.

Am Ende des offenen Schreibens an die Verwaltung und das Stadtparlament erinnert der Denkmalverein an den Freudenstädter Architekturpreis, den Schickhardt-Ehrenring, der bislang zwei Mal vergeben wurde. Dieser Preis, zum Stadtjubiläum 1999 erstmals ausgelobt, repräsentiere auch ein deutliches Bekenntnis Freudenstadts zu seiner einzigartigen Stadtarchitektur. In Gestalt der zweifachen, genialen, ja auch visionären (Wieder-) Aufbauleistung in der Geschichte der Stadt. Diese Bautradition und der Ehrenring verpflichteten Freudenstadt auch in besonderer Weise, dem Erbe und dem Anspruch Schickhardts gerecht zu werden. Der Auftrag daraus laute, "planvoll, sensibel und vorbildlich die eigene Stadtentwicklung zu befördern", so der Denkmalverein in seinem Schlussappell.

18.03.2015
Neckar Chronik
Offener Brief des Denkmalvereins zum Stadthotel