AKTUELLES
TERMINE
PROJEKTE
Hotel Waldlust - Lost Place Fototermine
Das Platzmeisterhaus im Christophstal

Das Platzmeisterhaus im Christophstal

Juni 2011: Die Restaurierung, Instandsetzung hat begonnen!
Wie im letzten Brief offen gelegt und auch via Lokalpresse berichtet, hat der Verein das historische, heimatgeschichtlich wertvolle, denkmalgeschützte PMH erworben. Der Kaufvertrag wurde am 5. Mai des Jahres unterzeichnet. Als Miteigentümer in der eigens gegründeten GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) „Platzmeisterhaus im Christophstal“ fungieren der Galerist Tomas Rapp und der Geopädagoge und Kulturinitiativler Hans-Peter Maier.
Nähere Infos zu den Projekt-Absichten und zur Konzeption für das biedermeierliche Industriedenkmal in der Halbjahres-Mitgliederversammlung –Einladung dazu ist hinten angehängt – am Donnerstag, 14. Juli. Nur so viel einstweilen: Der Kauf des unmittelbar von Verfall bedrohten Gebäudes (Totalverlust absehbar) war kein selbstzweckhaftes Wagnis, sondern eine schwerlich abweisbare Rettungsinitiative. Das Gebäude weist erhebliche konstruktive Schädigungen im Dachbereich auf und ist dennoch auf einmalige Weise „formstabil“ – dank  seiner charakteristischen und eindrucksvollen Sandstein-Vollbauweise. Dazuhin besitzt das PMH einen vollständigen „Vorrat“ an originalen Einbauten aus der Entstehungszeit (1838 u. später). Täferungen, Lamberien, Stuckornamente, konisch gefasste Fensterhöhlungen, Dielen- und Steinfußböden, Türen- und Fensterbeschläge etc. – vieles daran ist noch unverfälscht erhalten, das Inventar „wartet“ nur auf eine Wiederaufbereitung und In-Gebrauchnahme.
Das PMH soll als vielseitig nutzbares kleines Kunst- und Museumszentrum entwickelt werden. Vor allen Dingen soll es über sich, über seine Zeitläufte und Funktion Anschauung geben. Als Biedermeier-Denkmal der Hüttenindustrie in Christophstal und Friedrichstal kann es eine Alleinstellung beanspruchen. Doch bis dahin ist es noch ein weiter, arbeitsreicher Weg.

Zum Stand der Arbeiten

  • Praktisch mit dem Kauftag haben auch schon die aufwändigen Instandsetzungs- und Räumarbeiten am Industriedenkmalbau begonnen. Weil das PMH komplett mit Hausrat, Müll, mit schier unerschöpflich viel Unrats-Hinterlassenschaften voll gestopft war und übergeben wurde, zieht sich der Prozess der Leerung, Räumung, des Entfernens alles organischen, bauphysiologisch schädlichen Ballasts seither unablässig dahin. Etliche Container für Restmüll, Bauschutt, Bodensubstrat und Schrott sind notwendig, um das Gebäude frei zu bekommen, vor allem für die jetzt dringenden zimmermanns-technischen Ausbesserungen.
  • Die grüne Wildnis um das Gebäude wurde zurück geschnitten. Der Garten, die Gartenmauer wurden frei gelegt. Am 12. Mai wurden 30 laufende Meter aufgereihter Sperrmüll entsorgt.
  • Ein besonderes Verdienst beim Bessern der Denkmalverhältnisse und des Bauzustands im PMH kommt Tomas Rapp zu. Der Idealist mit Faible für besondere Bauwerke hat sich mit enormer Energie und Tatkraft auf das Projekt PMH „geworfen“ und arbeitet fast unablässig für dessen Wiedergewinnung für die Gegenwart. Zahlreiche Räume hat Tomas zusammen mit Hans-Peter im Alleingang quasi in den nackten, klassischen Zustand rückgeführt. Schon jetzt ist die kulturelle Wertsteigerung unübersehbar,  erste Musterzimmer sind bereits in Planung und sind für die Maler- und Putzarbeiten fertig bereitet.

An dieser Stelle auch die dringende Bitte und der Appell an die Mitglieder!
Um das Gebäude, wie geplant, bis zum Tag des offenen Denkmals  - dann sollen Teile davon öffentlich präsentiert werden – hinzubekommen, sind noch viele Eigenleistungen vonnöten. Die nicht-technischen Arbeiten könnten schneller vonstatten gehen, wenn mehr Vereinsmitglieder ab und an sich an den Räum- und Säuberungsarbeiten beteiligen würden: Tapeten ablösen, Wand-Schleifarbeiten, Kehren, Reinigen, Räumen etc. Ein gelegentliches Mittun ist nicht nur Projekt-förderlich, sondern auch anspornend für die Dauereinsatzhelfer. Wer mal mitschaffen möchte, bitte einfach bei mir per Telefon oder Mail melden. Oder ab 10, 11 Uhr am Haus vorbei schauen – Tomas ist fast immer da. Wer übrigens nicht seine aktive Arbeitskraft beisteuern kann oder will, hat auch die Möglichkeit, eine zweckgebundene Spende anzuweisen. Damit sind wir in der Lage, auch mal Hilfskräfte zu ganz moderaten Stundensätzen einzusetzen.


„Rettungskauf“ im Christophstal

Denkmalverein und Unterstützer kümmern sich ums „Platzmeisterhaus“

Der Denkmalverein Freudenstadt hat zusammen mit zwei privaten Kulturförderern in der vergangenen Woche ein sanierungsfälliges Denkmal im Christophstal gekauft. Um es so vor dem bevorstehenden Zerfall zu bewahren. Nur über diesen „Rettungskauf“ kann das historische Gebäude, das einst zum Komplex der Königlichen, später Schwäbischen Hüttenwerke gehört hat, für die Nachwelt erhalten bleiben. Christophstal. So zumindest sehen es der Verein für Kulturdenkmale , der Galerist Tomas Rapp (Blaues Haus im Christophstal) sowie Hans-Peter Maier von der Kulturinitiative Freudenstadt. Zusammen bilden der Verein und die beiden Kunst- und Kulturengagierten neuerdings eine Zweckgemeinschaft, die GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) „Platzmeisterhaus im Christophstal“. Das Gebäude aus dem vorvergangenen Jahrhundert (Baujahr 1838) fungierte einst als frühindustrieller Verwaltungssitz der Eisenhütte im Christophstal und in Friedrichstal. Entsprechend seiner Stellung als leitender Hüttenbeamter residierte der „Platzmeister“ in einem herrschaftlich gearteten, zweigeschossigen, unverputzten Sandsteinbau. „Ein großzügiges Biedermeierhaus“, dessen Bauweise in Massivstein für den Denkmalpfleger Dr. Martin Wenz (RP Karlsruhe) in dieser Gegend und aus dieser Epoche eine absolute Rarität darstellt. Sein Denkmalwert rührt auch von sämtlichen, erhalten gebliebenen Grundrissen, von der noch intakten Originalsubstanz der Türen, Fenster, Böden etc. Leider befindet sich Haus 250 in der Talstraße in einem desolaten Zustand. Das Dach ist an mehreren Stellen löchrig, die Traufen sind morsch, ein Giebelwandstück brach unlängst heraus. Das Trockenklo auf der Rückseite ist verfallen und eingestürzt. Seit etwa einem halben Jahr ist das Haus unbewohnt, die zurück gelassene Ausstattung hat Schimmel angesetzt, sie leistet der Hausschwammbildung Vorschub. Der Gebäudeunterhalt ist offenkundig schlicht unterblieben. Von einem Immobilienfachmann, der keine Chance für eine handelsübliche Vermarktung erkannt hat, wurde der Denkmalverein kürzlich auf das baufällige Platzmeisterhaus aufmerksam gemacht. Bei einem Ortstermin mit der Unteren Denkmalbehörde, Dr. Wenz, der Eigentümerseite und den Denkmalschützern wurde überlegt, wie das Haus, das die alte Christophstaler Industriegeschichte eindrücklich dokumentieren hilft, erhalten werden kann. Als einzig gangbarer Weg kristallisierte sich dabei eine private Projektträgerschaft heraus, der ein Eigentumsübergang vorausgehen muss. Dank auch der Verhandlungsbereitschaft des vormaligen Besitzers konnte vergangene Woche das Platzmeisterhaus für einen maßvollen Kaufbetrag in die Obhut der neuen GbR genommen werden. Im Zuge erster Räumarbeiten wurden ein Großteil des im Haus lagernden Unrats heraus geschafft und der Wildwuchs ums Gebäude herum entfernt. Die wichtigste und vordringlichste Erhaltungsmaßnahme wird allerdings sein, das Dach zu reparieren, um weiteren Schäden, Deckendurchbrüchen etc. vorzubeugen. Dabei ist der Denkmalverein natürlich auch auf fachlich-handwerkliche Hilfe(n) angewiesen. Was für Nutzungen sind im Platzmeisterhaus denkbar, welche Verwendung ist geplant? Die GbR ist sich angesichts der Eile gebietenden Angelegenheit natürlich noch nicht schlüssig, welche konkreten Zwecke damit verfolgt werden sollen. Gesetzt ist allerdings schon mal, dass das Haus 250 als Schaustück alter Industriearchitektur und Technikgeschichte fungieren soll. Zumal in seinem Umfeld etliche bauliche Relikte und Wasserkunstbauten des ehemaligen Pfannenhammers , Hangkeller und vermutete Bergwerksstollen zu finden sind. Gerade aufgrund der reichhaltigen Umgebungsgeschichte würde sich das Platzmeisterhaus als multifunktionaler Ausstellungort für Technikhistorie, Kunst u.ä. eignen. Der Denkmalverein möchte mit seinem Bemühen um den Gebäudeerhalt auch einen Impuls setzen, das im Schatten der Stadt liegende Traditionstal insgesamt stärker aufzuwerten, sein immenses Geschichtspotenzial auch zu nutzen. Bis zum Grünprojekt im Jahre 2025 und dessen Verlauf durch das Tal sollte nach Auffassung der Denkmalschützer auf keinen Fall gewartet werden.

Presseberichte zum Thema: